Ursina Tossi

URSina bedeutet Bär, Künstlerin, Tänzerin, Choreografin, Mutter, Audiodeskriptorin, Coach, Autorin, Traumjägerin, Trauma-Bearbeiterin, Außerirdische.
Ich bin in einem kleinen Dorf in Süddeutschland aufgewachsen. Vater Musiker. Mutter Pflegekraft. Zwei Geschwister. Geringes Einkommen. Erfahrungen mit Klassik wurden gemacht. Mit 15 verließ ich meine Familie und fand (gründete) neue. Ich sammelte Erfahrungen als Verkäuferin, Pflegekraft und in anderen körperlichen Berufen, aber auch als queere feministische Aktivistin. Bevor ich im Alter von 25 Jahren den Tanz entdeckte, bekam ich mit 19 meine erste Tochter und war 15 Jahre lang alleinerziehend. Ich studierte klassisches Ballett, zeitgenössischen Tanz, Politik und Philosophie in Ludwigshafen und Mannheim, schloss 2014 meinen Master in Choreografie an der ArtEZ Arnhem ab und ließ mich in alba-emoting® und systemischem Coaching zertifizieren.
Meine Stücke entstehen aus einer queeren feministischen Perspektive und gemeinsam mit den Menschen, mit denen ich lebe, arbeite und tanze. Mich interessiert die Spannung zwischen Körper und Diskurs, historischen Bildern und Popkultur, Tanz und Text, Form und Freiheit sowie ambivalente Figuren aus Mythologie und Geschichte. Ich arbeite transdisziplinär und kollektiv mit vielstimmigen Gruppen aus den unterschiedlichsten Tanzkulturen und Kontexten sowie mit Aesthetics of Access. Mein Körper beherrscht viele Formen und Techniken wie zeitgenössischen Tanz, klassisches Ballett, Play Fight und Emoting-Bodies und lernt von all den Künstler*innen, mit denen ich tanze.
Meine Arbeit lädt das Publikum dazu ein, näher zu kommen und sich von kraftvollen Bildern, einer einzigartigen, exzessiven und zugleich alltäglichen tänzerischen Virtuosität sowie der immersiven, emotionalen und erotischen Intelligenz der Körpergruppe mitreißen zu lassen.
In Koproduktion mit dem internationalen Produktionshaus Kampnagel Hamburg, der Tanzfaktur Köln sowie städtischen und staatlichen Theatern entstanden Werke wie BARE BODIES, BLUE MOON, WITCHES, REVENANTS, SWAN FATE, DIE NASHÖRNER (Parkaue Berlin), GHOSTS (Tanz Gießen), GESPENSTER und FÜHLER (SLiD & Junges Schauspielhaus) . COSMICBODIES wurde nominiert, HELL gewann den Kölner Tanztheaterpreis 2024 und FUX erhielt den Hamburger Kindertheaterpreis. Ich hatte das DanceWeb-Stipendium beim Wiener Impuls-Tanzfestival und die 8-monatige Residenz bei K3 im Jahr 2012. Seit 2010 bin ich Teil des Künstlerkollektivs TREFFEN TOTAL. In meiner Arbeit erforsche und implementiere ich kontinuierlich gemeinsam mit behinderten Künstler*innen eine Ästhetik der Zugänglichkeit, um die Interessen und Wahrnehmungsspektren des Publikums zu verbinden und zu erweitern. Seit 2019 arbeite ich mit künstlerisch integrierter Audiodeskription und bin Teil des Forschungsprojekts SPOKEN DANCE. Zusammen mit Jenny Beyer und Antje Pfundtner entstand SHARED LEADERSHIP in DANCE, kurz SLiD – ein Bekenntnis zu Zusammenarbeit, gegenseitiger Unterstützung und dem Austausch von Wissen und Ressourcen. Das von Maximilian Probst und mir herausgegebene Buch PHILOSOPHIE DES TANZENS erschien 2025 im Mairisch Verlag.
