Foto Joachim Manuel Riederer
Foto Joachim Manuel Riederer
Foto Joachim Manuel Riederer

mpower urban - IN[SIGHT]OUT Festival

Abendvorstellung ENIGMATIC ENCOUNTERS

FestivalTanz

Mit dem IN[SIGHT]OUT Festival ist mpower urban zum dritten im EinTanzHaus zu Gast. Im Zentrum steht urbane Tanzkunst - nicht nur als Szene- oder Bühnenformat, sondern als eigenständige künstlerische und gesellschaftlich relevante Praxis. Tanzkünstler*innen, Newcomer*innen und Laien kommen zusammen, vernetzen sich und zeigen unterschiedliche Stile, Ideen und Wege, mit Tanz zu arbeiten. Alle Termine im EinTanzHaus und an anderen Orten findet Ihr weiter unten.

ENIGMATIC ENCOUNTERS (übersetzt: verschlüsselte, codierte, schillernde Begegnungen) ist ein immersives Tanzwerk über Begegnung, Reibung, Rätselhaftikeit, Unvorhersehbarkeit, Dialog, Verschlüsselung, Kollision und das Spannungsfeld zwischen „automatic“ und selbstbestimmtem Handeln. Ein Stück zwischen Herkunft und Zukunft, Erinnerung und Vergessen, Gemeinschaft und Individualität, Freiheit und Anpassung.  Ein Stück über Subkultur und darüber wie diese entsteht, weitergegeben, verändert, vereinnahmt oder wieder vergessen wird. 

Elf professionelle und semiprofessionelle Tanzkünstler*innen und ein Musikproduzent/DJ bewegen sich gemeinsam mit dem Publikum durch ein Geflecht aus Geschichte, persönlichen Erfahrungen, kulturellen Referenzen und gegenwärtigen urbanen Realitäten. Im Zentrum stehen Gegensätze, die nicht aufgelöst werden müssen, sondern miteinander in Dialog, Reibung und Kollision treten: Street Roots und Urban Art. Wissen und Einfluss. Erinnerung und Vergessen. Würdigung und Entwertung. Machtstrukturen und Community. Unfreiheit und Freiheit. Individualität und Normierung. Dabei befindet sich das Publikum nicht außerhalb, sondern wird Teil des sozialen und räumlichen Gefüges: beobachtend und beobachtet, selbst bestimmt und gelenkt, einzeln und als Teil einer Gemeinschaft. Nähe, Distanz, Perspektivwechsel und unerwartete Begegnungen verändern immer wieder die Wahrnehmung aller.

ÜBER:

Das Festival IN[SIGHT]OUT versteht urbane Tanzkunst nicht allein als Szene- oder Bühnenformat, sondern als eigenständige künstlerische und gesellschaftlich relevante Praxis. Im Zentrum stehen die künstlerischen Positionen, Arbeitsweisen und Perspektiven von neun internationalen urbanen Tanzkünstler*innen. Gleichzeitig öffnet das Festival Räume für künstlerische Teilhabe und bindet semiprofessionelle Tanzkünstler*innen, Newcomer und Laien aus Baden-Württemberg aktiv in künstlerische Prozesse ein. Das Programm macht seine Fragestellungen in unterschiedlichen künstlerischen und diskursiven Formaten erfahrbar: von Lecture Performances und Research Expositions über Workshops und Work-in-Progress Insights bis hin zu immersiven Tanzformaten und Bühnenproduktionen.

MPOWER URBAN:

Die Initiative mpower urban wurde 2023 von Urban So(ul)ciety e.V. ins Leben gerufen, um Tanzkünstler*innen aus der Club- und Streetdance Community in Baden-Württemberg zu empowern. Ziel ist es, künstlerische Arbeitsweisen im Kontext der Bühne zu vermitteln und den Zugang zu einem professionellen Arbeitsumfeld zu erleichtern. mpower urban stärkt Kunstschaffende mit autodidaktischen Bildungswegen und bietet ihnen eine Plattform, sich stärker zu vernetzen und ihr Arbeit sichtbarer zu machen. Im EinTanzHaus findet das Festival in diesem Jahr zum dritten Mal statt.

Rahmenprogramm an anderen Orten:

Donnerstag 22.10.26
GET IN [SIGHT] - offene Tanzsession
18:00-22:00
Café Jugendkulturzentrum forum, Neckarpromenade 46, 68167 Mannheim
Hustle Dance Workshop und Try Out mit Amandip Singh
Mista T spielt Musik für eine Offene Tanzsession
Eintritt frei

Samstag 24.10.26
NIGHT [OUT]
Club night mit special performances
21:00-24:00 Uhr
im Club Jugendkulturzentrum forum, Neckarpromenade 46, 68167 Mannheim
DJs: Mista T und Jelly Jam
Eintritt: Abendkasse (Spendenbasis)

Sonntag 25.10.26
WORK IN [SIGHT]
Netzwerken, austauschen, lernen, teilen
10:00-15:00 Uhr
Kaisergarten, Zehntstr. 28, 68169 Mannheim

10:00-11:00 Uhr community café - exchange

11:00-13:00 Workshops
„Narben und Namen“ mit Kadir „Amigo“ Memis 
Der Workshop verbindet Graffiti mit der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Körper und der kulturellen Bedeutungen von Namen. Insbesondere „Scratchiti“ (das Einritzen und Kratzen von Symbolen in Oberflächen) und die von Amigo entwickelte Tanzschrift „urban calligraphy“ werden interaktiv angewendet um soziale Ungerechtigkeiten zu thematisieren und die Stimmen marginalisierter Menschen sowie persönliche Erinnerungen sichtbar zu machen. Der Körper wird dabei zum Archiv, in dem jede Narbe eine Geschichte erzählt – Vorkenntnisse im Tanz sind nicht erforderlich.

"Extended Borders" mit Andrea Böge 
Im Mittelpunkt des Workshops steht die Frage, wie sich emotionale Ausdrucksformen durch urbanen Tanz vermitteln und in einen Bühnenkontext übertragen lassen. Über verschiedene Herangehensweisen wird der urbane Bewegungsraum geöffnet, erweitert und mit Genre übergreifenden Formen verbunden. Urban Dance wird dabei nicht als festgelegte Form verstanden, sondern als lebendige Bewegungssprache, die sich an neue Kontexte anpassen, mit anderen Genres verschmelzen und dadurch über ihre ursprünglichen Grenzen hinaus bewegen kann.

"Waacking Theater Lab" mit Enting Zhang 
Waacking entstand als Tanzstil in den Underground-Clubs von L.A. in den 70ern in der Afro- und Lateinamerikanischen LGBTQ Community. Im Workshop thematisieren wir das kreative Schöpfen verbunden mit dem Bedeutungskontext von Waacking. Wir gehen auf stilistische Perspektiven ein, die den Mut zur Anpassung und Abweichung der eigenen Bewegungssprache herausfordert. Der Open-Level Workshop führt durch Entings eigene Practices und weiteren Impulsen, wie mit Waacking für Bühnenkontext gearbeitet werden kann

> Infos und Anmeldung für die Workshops an projectmpower@gmx.de

13:30-15:00 UNDERDOG ISSUES - Talk mit Iman aka Honest, Andrea Böge, Raphael Moussa Hillebrand und Publikum
Der Talk schafft einen Austausch über die Erfahrungen urbaner Tänzer*innen mit (Theater-/ Kulturinstitutionen. Im Fokus stehen Zugänge, Teilhabe, Machtverhältnisse und die Dekolonisierung /Migrationssensibilität institutioneller Strukturen. 
Gemeinsam wird diskutiert, welche Barrieren bestehen oder schon überwunden werden, welche Perspektiven der urbane Tanz einbringen kann und wie Theater/Museen/Galerien etc. ihre Strukturen nachhaltig für vielfältige und marginalisierte Perspektiven öffnen können.

Mit:

Künstlerische Leitung: Daniela Rodriguez Romero, Jonas Frey / Mit: Raphael Moussa Hillebrand, Mike Planz, Iman aka Honest, Joseph Simon & Jonas Frey, Enting Zhang und Anastasia "Nastja" Ernst, Janina "Schokobrause" Nowak, Anna Marie "Amary" Schwalgun, Konstantinos "Naos" Sykoutris, Eleni Zampeli / Sounddesign/Producing: Joël "Stanso" Lauscher

Gefördert durch:

Stadt Mannheim Kulturamt und Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg e.V. (LaFT BW), der gefördert wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Mehr zu den Künstler*innen: