mpower urban - IN[SIGHT]OUT Festival

Showings & Einblicke EXCHANGING INSIGHTS

FestivalTanz

Mit dem IN[SIGHT]OUT Festival ist mpower urban zum dritten im EinTanzHaus zu Gast. Im Zentrum steht urbane Tanzkunst - nicht nur als Szene- oder Bühnenformat, sondern als eigenständige künstlerische und gesellschaftlich relevante Praxis. In Formaten von Workshops bis zu Aufführungen kommen Tanzkünstler*innen, Newcomer*innen und Laien zusammen, vernetzen sich und zeigen unterschiedliche Stile, Ideen und Wege, mit Tanz zu arbeiten. Alle Termine im EinTanzHaus und an anderen Orten findet Ihr weiter unten.

Am Samstagnachmittag erlebt Ihr ein Showing mit Kurzstücken von Newcomer*innen aus der urbanen Tanzszene: Samira mit “Be the lighthouse”, Anna Marie Amary Schwalgun mit "T.O.U.C.H." (Auszug), EMMATHEO mit "La première fois", Mia Werner mit "Im Puls", Anni mit einem Stück über innere Konflikte, Luisa Möller mit "This is not real", Eleni Zampeli mit dem Konzeptfilm "EPAFI", Shanice Lady Bird Kwon mit "The language of Locking informed by Yoshi Horikawa's music" (AT)


Außerdem THE EMBODIED PARADOX von Jean Didier Sponkystyle Mamona und Daniela Rodriguez Romero: Im Rahmen einer künstlerischen Forschung wird eine Work-in-Progress-Performance gezeigt, die Einblicke in den aktuellen Entwicklungsprozess gibt. Im Zentrum des Bühnengeschehens steht der bewegte Körper als Archiv von Geschichte, Erinnerung und Machtverhältnissen. Die Arbeit untersucht, wie sich Herkunft, Diaspora, Identität und Transformation unter den Bedingungen eines zunehmend digital geprägten Zeitalters im Körper einschreiben. Dabei wird der Körper als Ort verstanden, an dem Widersprüche nicht aufgelöst, sondern getragen, gespeichert und transformiert werden.

HORIZON CROISÉ von Michel Afrikun Ateba: Das Stück ist aus dem künstlerischen Weg zwischen Kamerun, Frankreich und Deutschland entstanden. Durch Körper, Bewegung und Erinnerung beschäftigt sich Afrikun mit den Spuren, die Migration, Ortswechsel, Anpassung und persönliche Veränderung hinterlassen. Im Mittelpunkt steht Dopplé, eine eigene Technik, die er entwickelt hat. Sie verbindet traditionelle kamerunische Tänze mit Hip-Hop und zeitgenössischem Tanz. Mit dieser Technik verwandelt er seine persönlichen Erfahrungen, Erinnerungen und Gefühle in eine eigene Körpersprache. Dabei treffen verschiedene kulturelle Einflüsse aufeinander und verbinden sich neu. „Horizon croisé“ ist eine persönliche und körperliche Reise zwischen Herkunft und dem Werden, zwischen dem, was man mit sich trägt, und dem, was man wird.

ÜBER:

Das Festival IN[SIGHT]OUT versteht urbane Tanzkunst nicht allein als Szene- oder Bühnenformat, sondern als eigenständige künstlerische und gesellschaftlich relevante Praxis. Im Zentrum stehen die künstlerischen Positionen, Arbeitsweisen und Perspektiven von neun internationalen urbanen Tanzkünstler*innen. Gleichzeitig öffnet das Festival Räume für künstlerische Teilhabe und bindet semiprofessionelle Tanzkünstler*innen, Newcomer und Laien aus Baden-Württemberg aktiv in künstlerische Prozesse ein. Das Programm macht seine Fragestellungen in unterschiedlichen künstlerischen und diskursiven Formaten erfahrbar: von Lecture Performances und Research Expositions über Workshops und Work-in-Progress Insights bis hin zu immersiven Tanzformaten und Bühnenproduktionen.

MPOWER URBAN:

Die Initiative mpower urban wurde 2023 von Urban So(ul)ciety e.V. ins Leben gerufen, um Tanzkünstler*innen aus der Club- und Streetdance Community in Baden-Württemberg zu empowern. Ziel ist es, künstlerische Arbeitsweisen im Kontext der Bühne zu vermitteln und den Zugang zu einem professionellen Arbeitsumfeld zu erleichtern. mpower urban stärkt Kunstschaffende mit autodidaktischen Bildungswegen und bietet ihnen eine Plattform, sich stärker zu vernetzen und ihr Arbeit sichtbarer zu machen. Im EinTanzHaus findet das Festival in diesem Jahr zum dritten Mal statt.

Rahmenprogramm an anderen Orten:

Donnerstag 22.10.26
GET IN [SIGHT] - offene Tanzsession
18:00-22:00
Café Jugendkulturzentrum forum, Neckarpromenade 46, 68167 Mannheim
Hustle Dance Workshop und Try Out mit Amandip Singh
Mista T spielt Musik für eine Offene Tanzsession
Eintritt frei

Samstag 24.10.26
NIGHT [OUT]
Club night mit special performances
21:00-24:00 Uhr
im Club Jugendkulturzentrum forum, Neckarpromenade 46, 68167 Mannheim
DJs: Mista T und Jelly Jam
Eintritt: Abendkasse (Spendenbasis)

Sonntag 25.10.26
WORK IN [SIGHT]
Netzwerken, austauschen, lernen, teilen
10:00-15:00 Uhr
Kaisergarten, Zehntstr. 28, 68169 Mannheim

10:00-11:00 Uhr community café - exchange

11:00-13:00 Workshops
„Narben und Namen“ mit Kadir „Amigo“ Memis 
Der Workshop verbindet Graffiti mit der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Körper und der kulturellen Bedeutungen von Namen. Insbesondere „Scratchiti“ (das Einritzen und Kratzen von Symbolen in Oberflächen) und die von Amigo entwickelte Tanzschrift „urban calligraphy“ werden interaktiv angewendet um soziale Ungerechtigkeiten zu thematisieren und die Stimmen marginalisierter Menschen sowie persönliche Erinnerungen sichtbar zu machen. Der Körper wird dabei zum Archiv, in dem jede Narbe eine Geschichte erzählt – Vorkenntnisse im Tanz sind nicht erforderlich.

"Extended Borders" mit Andrea Böge 
Im Mittelpunkt des Workshops steht die Frage, wie sich emotionale Ausdrucksformen durch urbanen Tanz vermitteln und in einen Bühnenkontext übertragen lassen. Über verschiedene Herangehensweisen wird der urbane Bewegungsraum geöffnet, erweitert und mit Genre übergreifenden Formen verbunden. Urban Dance wird dabei nicht als festgelegte Form verstanden, sondern als lebendige Bewegungssprache, die sich an neue Kontexte anpassen, mit anderen Genres verschmelzen und dadurch über ihre ursprünglichen Grenzen hinaus bewegen kann.

"Waacking Theater Lab" mit Enting Zhang 
Waacking entstand als Tanzstil in den Underground-Clubs von L.A. in den 70ern in der Afro- und Lateinamerikanischen LGBTQ Community. Im Workshop thematisieren wir das kreative Schöpfen verbunden mit dem Bedeutungskontext von Waacking. Wir gehen auf stilistische Perspektiven ein, die den Mut zur Anpassung und Abweichung der eigenen Bewegungssprache herausfordert. Der Open-Level Workshop führt durch Entings eigene Practices und weiteren Impulsen, wie mit Waacking für Bühnenkontext gearbeitet werden kann

> Infos und Anmeldung für die Workshops an projectmpower@gmx.de

13:30-15:00 UNDERDOG ISSUES - Talk mit Iman aka Honest, Andrea Böge, Raphael Moussa Hillebrand und Publikum
Der Talk schafft einen Austausch über die Erfahrungen urbaner Tänzer*innen mit (Theater-/ Kulturinstitutionen. Im Fokus stehen Zugänge, Teilhabe, Machtverhältnisse und die Dekolonisierung /Migrationssensibilität institutioneller Strukturen. 
Gemeinsam wird diskutiert, welche Barrieren bestehen oder schon überwunden werden, welche Perspektiven der urbane Tanz einbringen kann und wie Theater/Museen/Galerien etc. ihre Strukturen nachhaltig für vielfältige und marginalisierte Perspektiven öffnen können.

Mit:

Künstlerische Leitung und Kommunikationsdesign: Daniela Rodriguez Romero / Künstlerische und technische Leitung: Jonas Frey / Produktionsleitung: Anna Müller / Dokumentation: Ansgar Schwarzer / Mitwirkende Künstler*innen: Valentin Alfery, Michel “Afrikun” Ateba, Tomek “Mista T” Bachanowicz, Annalisa Capri, Jonas Frey, Iman Gele, Raphael Moussa Hillebrand, Joél “Stanso” Lauscher, Jean Didier, “Sponkystyle” Mamona, Kadir “Amigo” Memiş, Mike Planz, Zeljko “Jelly Jam” Pijuk Schmitt, Joseph Simon, Amandip Singh, Enting Zhang

Gefördert durch:

Stadt Mannheim Kulturamt und Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg e.V. (LaFT BW), der gefördert wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Mehr zu den Künstler*innen: